Berichte

„Je weiter man zurückblicken kann, desto weiter wird man vorausschauen“ Winston Spencer Churchill


50. Deutscher Historikertag

an der

                                 Universität Göttingen


Wir, der Geschichtskurs der Klasse 13a der Stadtteilschule Süderelbe, waren am 24.September 2014 auf dem 50. Deutschen Historikertag an der Universität Göttingen. In den Ausflug hatten wir viele Erwartungen gesetzt. Endlich angekommen, haben wir uns auf der Messe ein wenig umgeschaut. Es gab viele kleine Stände, an denen Geschichtsbücher verkauft wurden. Für Schüler gab es sogar Rabatte. Als Abiturklasse ist das natürlich sehr vorteilhaft für uns gewesen. Der eine oder andere hat auch Bücher bestellt. Außerdem konnten wir da nicht verhungern, denn es gab ein nettes Angebot an verschiedenen Brötchen und Kaffee. Bei der Ankunft haben wir alle auch eine Umhängetasche mit verschiedenen Flyern, Prospekten, Notizblock usw. bekommen.

Endlich ging es mit dem ersten Vortrag los. Im Hörsaal sahen wir uns um und fühlten uns beinahe wie echte Studenten. Der Saal war gefüllt mit Schülern und Schülerinnen. Zu Beginn wurden wir nett begrüßt von den beiden Moderatoren Sven Tetzhoff und Katja Fausser. Sie stellten uns das Thema der Sektion vor: „100 Jahre Erster Weltkrieg – Was hat das mit uns zu tun.“

Es wurde erst einmal klargestellt, dass man Geschichte nicht nur als Geschäft der Historiker betrachten sollte. Geschichte bedeutet Forschen, Erfahren, Entdecken und Lernen. Jugendliche sollen ihr eigenes Geschichtsbild entwickeln. Deswegen bietet dieUniversität Göttingen jedes Jahr mehr als 20 Workshops zum Thema Geschichte an.

Die Studentin Eva Rebholz beispielsweise hat an so einem Workshop teilgenommen. Sie stellte uns ihre Ergebnisse vor. In einer Gruppe mit Studenten aus neun verschiedenen Ländern haben sie sich u.a. gefragt: „Wie wollen junge Europäer an den ersten Weltkrieg erinnern?“. Es gibt unterschiedliche Arten von Erinnerungen. Aber eine bestimmte Form ist sehr wichtig, jedoch erkennen wir es oftmals nicht auf dem ersten Blick: Es sind die Denkmäler. Unter den Aspekten Anlass, Finanzierung, Wirkung und geschichtlicher Hintergrund hat Evas Gruppe eine Woche lang unterschiedliche Denkmäler untersucht. Am Ende durften sie sogar ein eigenes Denkmal entwerfen.

Das Denkmal war klein und sah mehr wie ein Spielzeug als wie ein Denkmal aus. Aber trotzdem war es eine interessante Erfahrung für Eva. Schließlich hat nicht jeder die Chance, zu forschen und gleichzeitig kreativ sein zu können.

Nach einer kurzen Pause wechselten wir in einen anderen Hörsaal. Hier waren noch einige Plätze frei. Es war auch nicht unser Abi-Thema. Hier wurde das Thema „Landkarten“ behandelt.

Wir haben hier erfahren, dass das Weltbild der Menschen mit den Landkarten sehr eng in Verbindung steht. China z. B. hat lange, lange Zeit nur die Weltkarten als realistisch akzeptiert, auf denen China selbst im Mittelpunkt der Welt steht.

In dieser Vorlesung wurde uns auch das Lesen von Karten näher gebracht und eine alte Karte, die sogenannte Waldseemüller-Karte vorgestellt.

Wusstet ihr schon warum Amerika eigentlich Amerika heißt?

Wie wir alle bestimmt gehört haben, hat Christoph Columbus Amerika entdeckt; Columbus erkannte zu seiner Zeit aber nicht, dass er einen neuen Kontinent entdeckt hatte. Er war fest davon überzeugt, einen neuen Seeweg nach Indien entdeckt zu haben.

Erst Amerigo Vespucci erkannte, dass es sich hierbei um einen neuen Kontinent handelt. Doch der Namensgeber Amerikas war kein Entdecker, sondern der Freiburger Kartograph Martin Waldseemüller. Die Bezeichnung "Amerika" taucht zum ersten Mal auf seiner Weltkarte aus dem Jahr 1507 auf. Vespuccis Schilderungen in seinem Reisebericht waren so ausführlich, dass Waldseemüller davon ausging, dass er der Entdecker des fremden Kontinents war. Der Name Amerika kommt also von Amerigo Vespucci. Allerdings bezeichnete es damals nicht den gesamten Doppel-Kontinent, sondern das Gebiet des heutigen Brasiliens.

Matthias Ringmann verfasste die Begleitschrift zur von Waldseemüller gezeichneten Karte, die gemeinsam mit ihr am 25. April 1507 unter dem Titel Cosmographiae Introductio erschien. Darin schrieb er:

„[I]ch sehe nicht ein, warum nicht (dieser Erdteil) nach dem Entdecker Amerigo, einem Mann von klugem Geist, ‚Amerige‘, also das Land des Americus oder ‚America‘ genannt werden soll: denn sowohl Europa, als auch Asia sind Namen, die sich von Frauen ableiten.“

Das „g“ wurde ins „k“ umgewandelt und „o“ zu der Endung „a“. Das Ergebnis: Amerika!

Auf jeden Fall waren wir glücklich, dass wir an dieser Vorlesung teilgenommen haben.

Die dritte Vorlesung beschäftigte sich mit versteckten Kindern während der Zeit des Nationalsozialismus. Es ging um jüdische Kinder, die sich vor diesem Terrorregime verstecken mussten. Obwohl das Thema sehr interessant klang, war die Art der Vorlesung doch sehr langweilig, es fehlte ein lebendiger, freier Vortrag des Dozenten. Wir können nicht sagen, dass wir aus dieser Vorlesung viel mitgenommen haben. Aber manchmal sind die schlechten Erfahrungen auch nützlich für die Zukunft.

Look back, think forward !

 

M. Lipanova und Ü. Algün (Geschichtsprofil 13)

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